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Einsatz auf Lesbos

Als wir in Lesbos aus dem Flughafen liefen und den Sonnenschein und das glitzernde Meer sahen, konnten wir uns kaum vorstellen, dass wir die nächsten Tage an einem dunklen, dreckigen und so hoffnungslos scheinenden Ort verbringen würden. Auf unserem Einsatz im Flüchtlingscamp Moria auf Lesbos (Griechenland) durften wir auf verschiedenste Art und Weise unsere willigen Hände und unsere brennenden Herzen zur Verfügung stellen. Wir waren anfangs überwältigt von der Masse an Menschen, die wir in Moria sahen – 18.000, um genau zu sein. Und alle benötigen so dringend Hilfe. Ein Großteil unseres Teams arbeitete direkt vor Ort. Es gab viel zu tun: Essen, Kleidung, Zelte, Hygieneartikel ausgeben, Fragen beantworten, Zeltvisiten durchführen, Neuankömmlinge willkommen heißen… Die Liste ist lang, mit Aufgaben, die das kleine Team von Euro Relief, das im Camp arbeitet, stemmen muss. 3 Mädels aus unserem Team arbeiteten in einer nahegelegenen Schule von All4Aid mit, die gleichzeitig auch Anlaufstelle für die geflüchteten Frauen war.

In der Woche in Lesbos haben wir extrem viele Eindrücke gesammelt, die wir kaum verarbeiten konnten. So viele Menschen, die sich so sehr nach der Wahrheit sehnen und viele, die so offen gegenüber dem Evangelium sind. Das war für mich (Caroline) persönlich eine völlig neue Erfahrung.

Ich hatte die Ehre, an einem Abend ein paar iranische Christen zu treffen, mit denen ich ins Gespräch kam. Ein junger Mann in meinem Alter erzählte mir seine Geschichte, wie er vom Moslem zum Atheisten und schließlich zum Christen wurde. Er sagte, dass sehr viele Menschen in seinem Land müde von ihrer eigenen Religion sind und durch die Geschehnisse und den Krieg anfangen, den Islam zu hinterfragen. So wie auch er: Er beschaffte sich über den Schwarzmarkt eine Bibel und riskierte Kopf und Kragen, um in den Besitz des verbotenen Buchs zu kommen. Ungläubig fragten er und die anderen mich mehrmals, ob man in Deutschland seinen Glauben wirklich ohne Gefahr leben könne. Für mich war es eine unglaubliche Ermutigung zu sehen, welche Bereitschaft diese Menschen hatten, für ihren Glauben einzustehen. Zusammen beteten wir noch und es war ein sehr emotionaler Abschied mit der Ungewissheit, ob wir uns jemals in diesem Leben wiedersehen würden, aber der Gewissheit, dass wir eine Familie sind, die durch das Kreuz Jesu über den Tod hinaus unzertrennbar geworden ist. Lasst uns gemeinsam beten, dass mehr Menschen in Lesbos anfangen, nach der Wahrheit zu suchen und dass sie in IHM ihre Antwort und Rettung finden. Betet auch wie es in Matthäus 9,37 steht für mehr Erntearbeiter für das Reich Gottes. Es gibt wahrlich genug zu tun! Nicht nur in Lesbos, sondern auch hier in Deutschland und in Weingarten brauchen die Menschen unseren Heiland und Retter.